Marienverehrer und Kunstliebhaber
|
|
Forto: Walter Sauter  |
| Wallfahrtskirche "Maria im Sand" zu Dettelbach |
|
"Wallfahrer ziehen durch das Tal, mit fliegenden Standarten. Hell grüßt ihr doppelter Choral den weiten Gottesgarten..." Diese Verse aus der dritten Strophe des Frankenlieds von Victor von Scheffel beschreiben die Wallfahrtsfrömmigkeit des Frankenlandes. Sie könnten aber auch explizit für die Gnadenstätte „Maria im Sand“ in Dettelbach stehen. Zu dem beliebten Wallfahrtsort pilgern seit über 500 Jahren zahlreiche Gläubige, um den Schutz der Gottesmutter Maria zu erflehen. Dettelbach ist mit seinen rund 80 Wallfahrten im Jahr einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte im Bistum Würzburg. Die Wallfahrt entstand, so erzählt die Ursprungssage, nachdem der bei einer Schlägerei schwer verwundete Tagelöhner Nikolaus Lemmerer im Sommer 1505 auf wundersame Weise geheilt wurde. Nach einer Vision gelobte er, zu einem Bildstock zu gehen. 100 Jahre später ließ Julius Echter das dortige Kirchlein in großem Stil erweitern und sorgte damit dafür, dass die Wallfahrt zur „Maria im Sand“ aufblühte. Aber nicht nur für Pilger, sondern auch für Ausflügler aller Art ist der Gnadenort von Interesse. Die Wallfahrtskirche liegt auf einer kleinen Anhöhe unweit der Weinberge, die das Winzerstädtchen Dettelbach auf der einen und der Main auf der anderen Seite malerisch umrahmen. Zudem sind es die Kostbarkeiten im Inneren der Kirche, die Kunstliebhaber und historisch Interessierte in die Kirche ziehen: Die Kreuzigungsgruppe aus der Riemenschneider-Schule, der prächtige Renaissanceportal vom Bildhauer Michael Kern und der Rokoko-Altar von Agostino Bossi. Anja Legge
|