Die Mutter der Barmherzigkeit
|
|
© Anja Legge  |
| Während das Langhaus aus dem Jahr 1731 stammt, wurde der etwas höhere moderne Chor erst 1958 nach Plänen von Hans Schädel hinzugefügt. |
|
„Suchst du Trost in bangen Stunden, geh zum heil’gen Berg hinauf. Wo so viele Trost gefunden, nimmt auch dich Maria auf.“ Diese Hoffnung spendenden Worte empfangen den Pilger am Sockel der ersten Madonna, die am Fuß der beeindruckenden Treppenanlage auf den Maria Ehrenberg steht. Die gleichnamige Wallfahrtskirche liegt am nördlichsten Punkt des Fränkischen Marienwegs auf einer 674 Meter hohen Basaltkuppe mitten im Wald zwischen Dammersfeld und Mottener Haube. Seit 500 Jahren verehren Pilger hier die „Mutter der Barmherzigkeit“. Obwohl sich von Beginn an heftige Widerstände gegen die Wallfahrt regten, hielten die Fuldaer Fürstäbte am Ehrenberg fest und förderten Wallfahrt und Kirche immer wieder. Auch der Kappellenneubau aus dem Jahr 1666 ist den Fuldaer Landesherren zu verdanken. Bis heute gilt der Maria Ehrenberg als wichtigstes und beliebtestes Marienheiligtum der Rhön. Besondere Brisanz und Bedeutung als „Königin des Friedens“ erhält der bei Bad Brückenau gelegene Ort zudem durch seine Lage mitten im Truppenübungsplatz Wildflecken. So ist der Ehrenberg lediglich an bestimmten Tagen frei zugänglich und auch dann nur über Panzerstraßen und staubige Pisten. Der beeindruckendste Teil des Pilgerweges auf den Ehrenberg ist die 252 Stufen zählende Treppenanlage, die ab 1736 gebaut wurde und 65 Höhenmeter überwindet. Auch heute noch ziehen zahllose Pilger betend den Berg hinauf und kommen dabei mit jedem Ave Maria dem Gipfel näher. Ziel der vielen Besucher ist die „Mutter der Barmherzigkeit“, eine spätgotische Madonna mit Jesuskind aus dem 15. Jahrhundert. Seit der Neugestaltung im Jahr 2000 wird die Holzfigur von einer goldenen Scheibe umrahmt und hat so nochmals an Ausdruckskraft und Faszination gewonnen. Hauptwallfahrtstag mit bis zu 10000 Besuchern ist Mariä Himmelfahrt, das bereits am Vorabend mit Lichterprozession und Nachtwache begonnen wird. Anja Legge
|